Ich bin ein Mensch. Ich bin ein emphatischer Mensch. Ich habe die Schnauze gestrichen voll. Verzeiht mir meine Wortwahl.

Ich bin ein Mensch. Ich habe die Schnauze voll!

Ich bin ein Mensch – kein Ossi, kein Sachse - weil ich in Sachsen lebe, kein Brandenburger - weil ich dort 30 gelebt habe und auch kein Thüringer/Eichsfelder - weil ich dort geboren bin. Ich bin ein Mensch.

 

Ich bin ein Mensch – ich lebe in Deutschland und bin dankbar dafür. Ich bin ein Mensch der denken kann und das in vielen Farben und Richtungen. Nicht grün, nicht braun, nicht rot, nicht schwarz und nicht gelb. Nicht rechts, nichts links oder radikal. Ich bin ein Mensch, ein emphatischer und sozial denkender und fühlender Mensch.

 

Ich bin ein Mensch – ich habe ein wundervolle und gut eingerichtete Wohnung, ich fahre ein Diesel-Auto, ich lebe in der schönsten Stadt der Welt-Dresden, ich fahre jedes Jahr mehrfach in Urlaub, kann meine Miete pünktlich bezahlen und habe genug Geld für mein alltägliches Leben. Ich hatte und habe Glück. Ich bin sehr dankbar dafür.

 

Ich bin ein Mensch – ich habe einen wundervollen Mann, Kinder und Enkelkinder.

 

Ich bin psychisch krank. Ich bin ein Mensch und mit meiner kleinen Welt, in der ich lebe, sehr zufrieden. Ich habe alles was ich brauche. Doch die derzeitige Politik und Medialen Nachrichten machen mich verrückt.

 

Angst und Unverständnis behindern mich

Ich bin ein Mensch – ich habe Angst, vor Menschen. Ich meide sie, wenn möglich. Ich bin frustriert über die politischen Entwicklungen, Irrungen und Wirrungen, die derzeit jedes Maß an gesundem Menschenverstand überschreiten. Ich habe die Schnauze gestrichen voll, von diesem Schmierentheater, dieser Lobbyistenhörigkeit, diesen leeren Geschwätz und unsinnigen Parolen, dem Schubladendenken und der Schwarz-weiß-Malerei. Ich habe sie gehörig voll. Der Rechtsruck wundert mich nicht. Mich wundert auch nicht, dass es in den neuen Bundesländern so laut ist bzw. es laut gemacht wird.

 

 

Blühende Landschaften & Ein Radiergummi

Es wurden uns blühende Landschaften versprochen, aber jedem der in der Schule ein wenig aufgepasst hatte, war klar, dass dies eine Lüge war.

 

Es gab keine Wiedervereinigung. Es gab die friedliche und geduldete Annektion der östlichen Bundesländer. Darüber hinaus wurden Meinungsbilder geprägt, die eine wirkliche Vereinigung bis heute unmöglich machen. Es wird beständig dafür gesorgt, dass die Mauern, immer höher werden.

Nur wenige Menschen, in den alten Bundesländern haben in den 29 Jahren nach der Wende hier im Osten gelebt. Nur wenige sind in unseren Schuhen gelaufen. Aber viele wissen genau, wie es uns ergangen ist, verurteilen uns und zeigen mit dem Finger auf uns. Dazu habt ihr alle nicht das Recht.

 

Viele Menschen in den neuen Bundesländern, erlebten nach der Euphorie der Wende, wie nichts in ihrem Leben blieb wie es war. Kein Stein blieb auf dem anderen. Die Menschen wurden alle in einen Sack gesteckt und verurteilt, abgewertet und belächelt. Für sehr viele Menschen in den alten Bundesländern, waren sie nun diejenigen, die den Frust über den Gesamtdeutschen Sozialabbau übergestülpt bekamen. „Ossis hatte nie gelernt frei zu denken, nie richtig gearbeitet, waren schlechte Eltern, weil ihre Kinder in Kita und Hort gingen, hatten ihre Kinder falsch erzogen, hatte in maroden Betrieben ihr Dasein gefristet und sinnlose Produkte hergestellt, hatte komische Berufsausbildungen oder Berufsausbildungen die eine Zusatzausbildung benötigten, waren rote Socken oder Stasiverseucht, hatten sich gegenseitig ausspioniert, zahlten minimale Mieten und bekamen zu viel Rente und nun müssen alle Solibeitrag bezahlen, damit die da drüben ihre Infrastruktur ausbauen können..., um nur einige der Nettigkeiten wieder zu geben, die ich selbst, genau so, gehört habe.

 

Den Menschen, in den neuen Bundesländern wurde ihre Identität genommen. Einfach so. Sie wurden zu Ossis. Niemand hörte ihnen zu, verstand was sie sagen wollten. Nun sagte man über sie, die haben immer was zu meckern, sind zu faul richtig zu arbeiten, können ja dahin ziehen wo es Arbeit gibt, wollen die Mauer wieder haben, trauern flachen Werten hinterher, sind nie zufrieden … Die Menschen in den neuen Bundesländern hatten zu funktionieren, still sein, das zu nehmen was für sie übrig blieb, denn sie hatten ja das große Glück, der Wende zu huldigen.

 

Alles, aber auch alles, von Kita, Schule, Bildung, Studium, Berufsausbildung, Gesundheitssysteme, Unternehmen und selbst die Gleichstellung der Frau wurde über Bord geworfen. Nichts, gar nichts war gut genug oder erhaltenswert, in der neuen freien Welt. Es wurden flächendeckend radiert, statt hinzuschauen und die eine oder andere Idee aufzugreifen und in einem Gesamtdeutschland zu übernehmen. Nein, in diesem Land (DDR) durfte es nichts positives geben und damit gab es das auch nicht. Punkt.

Heute 29 Jahre nach der Euforie der Wende, können wir Menschen in den neuen Bundesländern, über so manches nur noch müde lächeln. So manches Fahrrad wird zum hundertsten Mal erfunden. Altbekannte Dinge aus DDR-Zeiten finden jetzt den Weg nach Deutschland. Natürlich als neue Erfindung und mit neuem Namen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Niemals würde ein Politiker zugeben, dass es solche Dinge schon einmal gab und das, in der DDR.

 

Existenzangst und Anpassung

Menschen, die keine Existenzangst kannten, standen nun genau diesen Ängsten gnadenlos gegenüber. Betriebe wurden reiheweise geschlossen, ihre Ausbildung entsprach oft nicht den Vorgaben oder gab es anderswo gar nicht. Andere waren, trotz guter Ausbildung nicht mehr qualifiziert genug. Wer jung und flexibel genug war, erlernte einen neuen Beruf oder begann ein neues Studium. Wer einen anerkannten Beruf gelernt hatte verließ seine Heimat und zog der Arbeit hinterher. Wer das nicht konnte, blieb in den Fängen von Arbeitsamt und Hartz IV hängen, oft über viele Jahre. Dort nahm man ihnen, das letzte bisschen Selbstwertgefühl.

Eine ganze Generation junger Menschen machte sich auf den Weg gen Westen und beschönigte damit den, damals schon vorhandenen Arbeitskräftemangel. Ganze Regionen verloren eine Generation junger Menschen, es blieben die Alten.

Menschen, denen Gemeinschaft und Nachbarschaftshilfe, oft selbstverständlich war, wo man sich im Haus kannte, grüßte und gegenseitig half, passten sich an. Die Ellenbogengesellschaft nahm nun auch die neuen Bundesländer in ihre Fänge. Die Jagdt nach Arbeit machte viele von ihnen rücksichtslos. Jeder war sich selbst der nächste.

 

 

Herrschahren von diesen und jenen Wirtschaftsunternehmen, Möchtegernunternehmern, Besserwessis, Versicherungsmaklern, Klugscheißern und Glücksjägern überfielen die Menschen, auf der Jagdt nach den besten Schnäpchen, den Sahnestückchen, den besten Geschäften, den meisten Fördermitteln und den günstigsten Arbeitnehmern, – die weder lange Arbeitszeiten noch Überstunden scheuten und wo Gewerkschaften noch nicht ihre Macht ausspielten. Die Machenschaften der Treuhand taten ihr übriges dazu. SED- und Stasiklüngel hängten diesen oder jenen ihrer Genossen an den Baum, vor allem die Kleinen. Die wirklichen Täter, retteten sowohl die Gelder, als auch ihre Haut. Sie sitzen, ohne schlechtes Gewissen in Stasigeld-Unternehmen, auf sicheren Pöstchen in Unternehmen oder fühlen sich beim BND wohl. Wen interessiert das? Niemanden. Die Hetzjagdt auf Stasivergangenheiten geht weiter. Na und? Nach 29 interessiert es nicht mehr wirklich den kleinen Mann auf der Straße, denn die wahren Täter trifft es nicht. Es ist wie nach dem Krieg. Menschen mit den Nazi-und SS-Vergangenheiten finden ihre Wege, um bis heute unbehelligt zu leben und darüber hinaus auch ihr beschränktes Denken weiter zu geben. Mich wundert es daher auch nicht, das Naziparteien immer wieder fruchtbaren Boden finden.

 

Viele Menschen wurden arbeitslos, für lange Zeit. Zeiten in denen ihre Kinder aufwuchsen. Viele tingelten über mehrere Jahre hinweg, durch alle möglichen Fördermaßnahmen oder geförderten Arbeitsmaßnahmen, sowie durch unzählige unsinnige Umschulungen. Finanzielle Notlagen und existenzielle Unsicherheit wurden ihre Alltagsbegleiter. Es blieb bei West- und Ostdeutschland. Es blieb bei unterschiedlichen Lohnzahlungen oder Renten, bei verlassenen und wirtschaftsarmen Landstrichen, wo jede Hoffnung auf Arbeitsplätze gestorben ist. Und dort wo die Kohle noch Arbeitsplätze sichert, wird zum Wohlergehen Deutschlands, Energiewandel geliefert. Die Kraftwerke und Arbeitsplätze werden abgebaut. Wen interessiert das? Niemanden. Anderenorts wird ein jahrhunderte alter Wald gerodet, für den weiteren ungehemmten Kohlebergbau. Na und?

 

Vom zerbrochenem Krug

Meine Erkenntnis ist, die Bundesregierung und die DDR-Regierung haben eine Gemeinsamkeit. Sie schwingen Reden, fern der Realität, geben Dummschwätzern Macht und ignorieren den kleinen Mann auf der Straße. Der Mensch ist nur in Wahlzeiten wichtig. Diese Entwicklung hat sich, in der Vergangenheit, schon mehrfach gerächt. Die Jahre 1933 und 1989 sind die besten Beispiele.

 

Die Menschen in den neuen Bundesländern haben keine Lust mehr, der Sündenbock der Nation zu sein. Sie sind es leid, das immer wieder mit dem Finger auf sie gezeigt wird. Das jede Nachricht, die in das „Feindbild“ passt aufgebauscht und wochenlang in den Medien kommentiert wird. Sie haben keine Lust mehr, auf Nachrichten, dieses Gewese, um die Schließung von Betrieben oder Betriebsteilen in den alten Bundesländern, denn auch in ihrem Lebensumfeld wurden und werden sie geschlossen. Sie haben keinen Bock mehr, Menschen 2. Klasse zu sein. Sie haben keine Lust mehr, auch noch die verfehlte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zu tolerieren, die der letzte Tropfen im vollen Krug ist. Es hat sich viel Frust über die Jahre angestaut, der nun unkontrolliert herausbricht.

„Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht“, sagte schon meine Oma. Sie hatte Recht.

 

Menschen gehen dort hin, wo sie nicht ignoriert werden. Zu denen, die ihnen „zuhören“ und die „ihre Sorgen und Nöte“ zu Gehör bringen. Wie der Rattenfänger von Hameln, brauchen Pegida und AfD nur durch die Lande ziehen und die Menschen aufsammeln. Das sie dabei die Menschen missbrauchen, sie nur benutzen, wird vielen erst zu spät klar werden. Und ja, hier gehen die Menschen wieder auf die Straße, schreien ihre Frust heraus und erliegen den Hetzparolen und Feindbildern der AfD. Mich wundert das nicht. Irgendwohin muss der Frust. Irgendwer muss ja Schuld sein, so ist die Welt. Immer auf die Schwächsten der Gesellschaft.

 

Medien und Bundesregierung fördern diese Demos, dieses Feindbild, den Zulauf zur AdD (gibt sie selbst offen zu), mit ihrer derzeitigen Politik der menschlichen Ignoranz und das, in West- und Ostdeutschland.

Zur Zeit der ersten Pegida-Demonstrationen, wäre schon Handlungsbedarf gewesen, in der Politik, Aber nein, es waren ja nur die dummen Ossis, die ihre Sorgen und Nöte und ihren daraus entstandenen Frust und Hass auf die Straße brachten. Kein Handlungsbedarf nötig. Die Menschen verurteilen, in einen Sack zu stecken und bundesweit drauf zu hauen, war viel einfacher. Es war so einfach, mit dem Finger auf Ostdeutschland, die undankbaren Ossis zu zeigen und dabei die wahren Probleme zu verdecken. Niemand gab und gibt zu, dass die Integrationspolitik schon vor 20 Jahren gescheitert war und nun sollen all die „gebildeten“ Flüchtlinge, in Vielzahl, sich integrieren. Wers glaubt.

 

Niemand spricht darüber

Niemand spricht über die Zustände in Wohnvierteln, in den fast ausschließlich, nicht deutsche Nationalitäten leben.

 

Niemand spricht über die Handlungsunfähigkeit der Polizei in diesen Vierteln, von den eigenen Gesetzen und Werten die dort gelebt werden. Niemand spricht über die Schulen, in denen deutsch eine Fremdsprache ist. Und vielleicht ist es genau das, was die Menschen in den neuen Bundesländern, nicht auch noch übernehmen wollen.

 

Niemand spricht darüber, dass mit der EU-Grenzöffnung Herrschahren von netten Nachbarn, vor allem nachts kamen, alles verschwand was nicht gesichert war und nicht einmal das Auto oder die Baumaschinen, auf dem eigenen Hof sicher waren. Mit der ungebremsten und unvorbereiteten Flüchtlingswelle, kommen nun täglich Nachrichten von Überfällen, Messerstechereien, Vergewaltigungen.

 

Niemand spricht darüber, das der Respekt gegenüber Menschen anderer Nationalitäten, darin besteht, dass ICH mich anpasse und das bin hin zur „Rechtmäßigkeit“ von Kinderehen oder Vielfrauen-Ehen, in Deutschland.

 

Eins kommt zum anderen und die Regierung setzt immer noch einen drauf. Offensichtlich für Jeden ist, die Brisanz unserer Gesetzlichkeiten, die Inkonsequenz und Handlungsunfähigkeit unserer Regierung. Diese verliert sich in irgendwelchen Ausreden und im Kleinreden der Situation. Klare Handlungswege sind eine totale Fehlanzeige.

 

Mein schönes Sachsen

Nein, ich will die Probleme in Sachsen nicht kleinreden. Sachsen hat eine starke Rechtsaktive Achse. Sie nutzt die Frustration und Politikverdrossenheit der Menschen. In Sachsen begann die Wende. In Sachsen begann Pegida. Ich Sachsen tragen die Menschen laut ihren Frust auf die Straße. Sachsen sind laut, schon immer, mit dem Mund und dem Herzen voran. Trotzdem kann Sachsen auf sich stolz sein! Sachsen ist nicht nur Pegida. Sachsen ist, unter anderem, auch herzlich bunte Nationalitätenvielfalt. Ich lebe gern in Dresden, im wunderschönen Sachsen.

 

Deutschlands Problem ist nicht Sachsen, nicht Ostdeutschland

Ich gehe mit jedem Menschen respektvoll um, solange er dies mit mir auch tut. Wer hier in Deutschland lebt oder leben möchte, hat die deutsche Sprache zu lernen und sich an die deutschen Gesetze zu halten, in aller Konsequenz. Deutschland kann die Welt nicht retten. Deutschland muss sich nicht verbiegen, weil es den Krieg gab. Er ist über 70 Jahre her. Irgendwann muss mal Schluss sein. Deutschland mit seiner Regierung hat das Recht und die verdammte Pflicht, wie jedes andere Land auch, demokratische Wege zu gehen, für die Menschen im eigenen Land. Dann erst kann es auch für andere sorgen.

 

 

Es ist im Großen wie im Kleinen:

  • Jeder sollte den Dreck vor der eigenen Tür kehren, ehe er den ersten Stein wirft.
  • Menschen sollten miteinander reden, einander zuhören und miteinander Lösungen finden.
  • Menschen sollten sich gegenseitig respektieren.
  • Was für Bayern gut ist, muss nicht in Hamburg, Dresden oder anderswo funktionieren. Respektiert die Lebenswelten der Menschen in allen Bundesländern.
  • CSU und CDU sind nur gemeinsam stark und regierungsfähig. Lasst sie getrennte Wege gehen, dann bekommt die Demokratie ihren notwendigen Schub. Eine Minderheitsregierung ist gelebte Demokratie.
  • Hört endlich auf Schubladen auf und zu zu machen, Menschen rechts oder links zuzuordnen, beständig mit dem Finger auf andere zu zeigen, aus jeder unpassenden Meinung gleich Nazigeschrei zu machen, beendet den Genderwahnsinn und den Wortwahnsinn (Mohrenkopf, Negerkuss...).
  • Kümmert euch um wirklich wichtige Dinge im Land. Macht wieder Gesetze für die Menschen, nehmt ihre Sorgen und Nöte ernst.

Ich bin ein Mensch. Ich habe die Schnauze voll!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0