Depression-Wenn die Seele schreit und ICH es nicht mehr hören will

Wenn die Seele schreit und ICH es nicht mehr hören will

Seit meinem Wochenende, an dem ich an einem Tag die Himmelsleiter erklomm und am nächsten Tag einen weiteren Berg, meiner harten Therapieauseinandersetzung danach, meiner Therapie derzeit, ist in mir irgendwas zerbrochen.

 

Ich bin weit davon entfernt den Himmelfahrttreppenaufstieg noch einmal zu meistern. In mir sind so viele Gedanken und Schranken, das ich nur durch mein Leben taumle. Ja, ich bin in der Therapie hart auf der Suche nach dem wirklichen Auslöser meiner Krankheit und dem Auslöser für mein beständiges Wackeln der Beine.

Es haben sich so viele Türen geöffnet, dass ich der Lage gerade nicht mehr herr werde. Die Vergangenheit drängt sich derartig in mein Jetzt, Erkenntnisse jagen sich und meine Träume werfen alles durcheinander und machen mit Tagesmüde. Selbst fotografieren und schreiben, meine Skills, sind blockiert.

In Dänemark hatte ich eine Auszeit. Da war meine Seele frei. Ja, dort schaffe ich, was ich im wirklichen Leben nicht kann. Das war schon immer so. Mein Sohn hat es mal knallhart gesagt: „Mum, du warst in Dänemark immer ganz anders. Wenn wir wieder zu Hause waren, warst du schnell wieder im alten Trott.“ Ja, das ist die harte Wahrheit. Das wirkliche Leben hat mich aufgefressen. Ich musste funktionieren, musste einen Höllenjob aushalten, die Familie versorgen und alle Alltagsprobleme lösen. Es war niemand da, der mir Unterstützung und Hilfe gab. Das ist Vergangenheit und nicht mein JETZT!

 

Nein, heute ist mein Leben anders. Wesentlich besser und ich bin zufrieden. Doch meine Seele hat keine Ruhe. Ich kann mich nicht wirklich auf das jetzige Leben einlassen. Noch immer bin ich in dem Modus – ich muss … -. Ich vertraue noch immer nicht wirklich, dem Menschen der mich liebt, wirklich liebt und der ein riesengroßes Herz hat. Noch immer versuche ich mit aller Macht, alle Dinge und Herausforderungen selbst zu meistern, obwohl ich genau weiß, dass ich krank bin und es nicht mehr kann. Noch immer bin ich es, die sich selbst völlig überfordert, sich selbst mit Erwartungshaltungen malträtiert, unerfüllbare Ansprüche an sich selbst hat und sich selbst nicht achten, beachten und lieben kann. Insbesondere dann, wenn es um andere geht – auch wenn diese für sich selbst gut sorgen können.

Mein Wut & Meine Intoleranz

Es ist Wut in mir. Wut auf mich selbst. Meine Erkenntnisse jagen mich, weil ich sie nicht akzeptieren kann. Ich gestehe sie jedem anderen zu, aber mir selbst eben nicht. Meine Erkenntnisse zeigen mir in harter Kritik, dass ich Fehler gemacht habe, viele Fehler gemacht habe. Natürlich ist mir klar bzw. lerne ich in Wiederholung, dass ich nicht SCHULD bin, dass ich nicht anders handeln konnte, dass mich alte intensiv gelernte Verhaltensmuster gelenkt haben und noch HEUTE lenken.

 

Nein, 50 Jahre Lebensweg, lassen sich nicht auslöschen. Auch wenn ich in den letzten 7 Jahren unermüdlich, ungeduldig und selbstüberfordernd gelernt habe, immer wieder übe, diese Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern. Ja, ich bin sehr weit gekommen (sagt meine Therapeutin). Ja, ich selbst bin es, die diesen Satz, ganz oft nicht annehmen kann. Ja, wenn ich meine Erfolge aufzähle, kann ich es selbst erkennen und doch fehlt mir die Geduld und die eigene Anerkennung meiner Leistungen. Mir fehlt die unendliche Geduld, die es braucht, endlich in MEINEM Leben anzukommen.

 

Ich weiß genau ...

Ich weiß genau:

Ich habe viel zu lange, mein Leben nach anderen ausgerichtet.

Ich habe viel zu lange, psychischen Mißbrauch geduldet und ausgehalten.

Ich habe viel zu lange, einen Job gemacht, der die Hölle war.

Ich habe viel zu lange, mich selbst ignoriert und überfordert.

Ich habe viel zu lange, an alle Schuldgefühle und Selbstzweifeln geglaubt.

Ich habe viel zu lange, jede Verantwortung übernommen. Ich hatte die Verantwortung – Ich war Schuld, wenn es daneben ging.

 

 

Ich weiß genau:

Ich habe die Verantwortung, meinen alten Glaubenssätzen und Verhaltensmustern entgegen zu stehen.

Ich habe die Verantwortung, MEIN LEBEN zu leben.

Ich habe die Verantwortung, mein Leben so zu verändern: SO, dass es mir gut tut.

Ich habe die Verantwortung, meine Grenzen einzuhalten – JA oder NEIN – zu sagen und entsprechend zu handeln.

 

Ich habe die Verantwortung, doch ich haben KEINE SCHULD!

 

Ich weiß genau:

In meinem JETZT bin ich der Täter.

Ja, ich bin der Täter. Ich selbst achte nicht auf mich. Ich achte vor allem nicht darauf, Grenzen die ich selbst bemerke, auch anzuerkennen und einzuhalten.

Ja, ich bin der Täter. Ich kann mir selbst nicht vertrauen und mich selbst nicht lieben.

 

Ja, ich bin der Täter. Ich lasse es zu, dass mich Dinge triggern, dass Meinungsbilder oder Menschenhandlungen, die mich überhaupt nicht selbst betreffen, tief treffen.

Vom Täter & Von Verantwortung

Ja, ICH bin der Täter.

Ja, ICH trage die Verantwortung, für MICH.

Ja, ICH bin damit gerade völlig überfordert.

Nein, ICH bin NICHT SCHULD!

 

Aufgeben ist keine Option. Ich werde weiter üben, ich selbst zu sein, in allen Facetten meines ICHs.

 

Ich werde Täter sein und Verantwortung tragen! FÜR MICH! NICHT FÜR ANDERE!


Ich freue mich, wenn dich das Thema interessiert hat. Gern kannst du einen Kommentar oder Gruß hier lassen. Liebe Grüße Heike

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