Umgedacht. Überdacht. Meine Beine geben mir Zeichen. Meine Seele spricht zu mir.

Umgedacht - Meine Seele spricht zu mir

Die wackelnden Beine sind ein Zeichen, meiner Seele. Das heißt sie geben nach Außen, was meine Seele nicht leisten kann, was verändert werden muss, in mir. Ich habe lange darüber nachgedacht. Wenn es für mich, nicht ein Zeichen nach Außen ist, um aufmerksam zu machen, dass ich krank bin, was ist es dann.

Klare und ehrlich Antwort: Ich möchte nicht raus, in diese laute Welt mit all ihren Anforderungen. Mit all ihren Menschen, Geräuschen, Worten und Handlungen. Ich möchte in meiner kleinen Welt leben, mit meiner Familie und den Menschen denen ich vertrauen kann.

 Doch warum wackeln meine Beine auch in der Familie? Klare Antwort, weil ich nicht ignoriert werden möchte und dem Frieden nicht wirklich vertraue. Das ist hart, aber ich glaube, das ist die Wahrheit. Obwohl es nicht mehr nötig ist, hat dieser Gedanke Bestand.

 

Die wackelnden Beine in der Therapiestunde zeigen, glaube ich, meine unbändige innere Anspannung im Leistungsdruck, alles richtig zu machen. Ich habe es noch nicht geschafft anzunehmen, dass es hier kein richtig oder falsch gibt. Auch Worte meiner Therapeutin treiben mich. "Sie können wieder gesund werden. Sie können wieder hinaus in das Leben, arbeiten gehen. Das gehört dazu, bis zur Rente haben sie noch so viel Zeit.“ Nein, zu meinem Leben wird nie mehr Arbeit gehören. Ich bin unbefristet EU-Rentnerin. Es hat lange genug gedauert, anzunehmen Rentnerin zu sein und zu erkennen, auch ohne Arbeit, gibt es ein Leben.

 

Darüber hinaus denke ich, dass sich die Beine verselbständigt haben und meiner (unnötigen) Angst den Weg nach draußen geben. Ich bekomme ein Zeichen, dass ich Angst habe oder unter Druck stehe. Hier stellt sich die Frage, woher beides kommt. Ob es an genau dieser Stelle sinnvoll ist oder unnötig sind. Diese Erkenntnis erklärt wiederrum, warum meine Beine beständig wackeln. Ich habe sie stets ignoriert, ihnen nicht zugehört, sie nicht Ernst genommen.

 

Womit ich wieder bei den Themen der letzten Therapiestunden wäre. Ich habe die Verantwortung. Ich bin der Täter. In dem Moment wo ich ablehne, wo ich mich nicht verstanden fühle, haut mir die Krankheit ihre Stärke um die Ohren. Sie reißt mich in einen tiefen schwarzen Strudel, der Angst und Hilflosigkeit.   

 

Was also möchte ich jetzt versuchen?

Das Leben hat mich geprägt. Doch jetzt lebe ich anders und möchte lernen andere Wege zu gehen.

 

Heute bin ich nicht mehr hilflos. Ich kann Verantwortung übernehmen und handeln, verändern.

 

Ich habe die Verantwortung, auch meinen Beinen zuzuhören und für mich zu entscheiden: Ihnen zu lernen, dass sie mich nicht mehr beschützen müssen. Ich kann ihnen das wackeln nicht verbieten, aber ich kann versuchen ihnen zu sagen, dass es nicht mehr nötig ist und ich für mich sorgen kann.

 

Was mich im Jetzt behindert, sind Glaubenssätze aus der Vergangenheit. Das innere Kind (Beine) ist nicht gut angenommen, wird nicht genug respektiert und demnach kann es nicht lernen, dass seine Ängste unbegründet sind. Ich möchte versuchen, es zu hören, wenn es zu mir spricht.

 

Ich möchte versuchen, mir selbst, meiner Familie und meiner kleinen Welt zu vertrauen, umso in diesem Teil des Lebens stabil zu werden.

 

Ich möchte versuchen, meiner Therapeutin, voll zu vertrauen. Sie hat es verdient. Sie will mich nicht abwerten oder behindern. Sie hat den festen Willen, mich auf meinem Weg zu begleiten, mich zu unterstützen und mir zu helfen.

 

Ich denke, ohne wackelnde Beine in der Therapie und im Familienleben wäre schon ein echter Knaller!

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