Ressourcen-Turm.

Ressourcen-Turm

Das Fertigkeitentraining war heute sehr spielerisch. Ein Stapelturm oder Jenga-Turm, der sich in vielen Familien befindet, war unser Spiel. Alle Holzbausteine hatten eine Nummer 1-4. Zu den Nummern gehörte eine Aufgabe, die erfüllt werden musste.

 

Die Herausforderungen waren: Den Holzstein zu entfernen, ohne das der Turm umfällt, um ihn dann oben auf zu legen und dann die Aufgabe zu beantworten. 

Für mich heftig, aber ich war mutig. Ich versuchte es gleich zu Beginn, weil es da wohl am einfachsten ist. Dadurch, dass ich unter Hochspannung stehe, war ich auch super wackelig und zittrig. Ich schaffte es beide Steine heraus zu ziehen. Der Turm blieb stehen. Meine Nerven surrten unter der Schädeldecke. Ich legte meine Stein Nr. 2 oben auf. Da er aber nicht korrekt lag, wollte ich ihn noch mal schieben. Bevor ich das tun konnte kam ein mitfiebernder Ausruf "STOP" von X.

Sofort zog ich meine Hand zurück. 

X hatte einfach nur versucht zu verhindern das der Turm doch noch viel. Mein Perfektionismus hatte zugeschlagen. X hat mich davor bewahrt und ich war froh darüber. Ich war sehr froh über die Reaktion von X, die mir sehr deutlich zeigte, dass mit mir gefiebert wurde und mir die positive Erfahrung gegeben werden sollte. Wahnsinn.

 

Meine Frage war: Was wünschte ich mir?

Ich wünschte mir mehr innere Ruhe. Ganz klar.

 

In der 2. Runde zog ich den Stein Nr. 4, ausgerechnet die Nummer, die ich nicht wollte. Meine Frage war: Welche negative Eigenschaft haben sie?

"Welche negative Eigenschaft soll ich denn auswählen", fragte ich laut überlegend. Ich entschied mich für meinen PERFEKTIONSWAHN.

 

Bei dieser Frage, hatten die Gruppenmitglieder die Aufgabe, zu überlegen ob diese negative Eigenschaft auch positive Seiten haben könnte. Schon diese Aufgabe brachte mich ins überlegen. Wie jetzt, negative Eigenschaften können positive Seiten haben? Das war mir völlig fremd. Es kamen aus der Gruppe zwei Rückmeldungen, die nicht nur mich überraschten.

  1. Ich mag solche Menschen, im Arbeitsbereich. Sie achten und beachten auch die dazugehörigen Kleinigkeiten.
  2. Solche Menschen wissen oft sehr viel. Du kannst sicher sehr gut anderen helfen.

Auf die 1. Sichtweise, die mich sehr überraschte, antwortete ich: Ich übe seit langer Zeit, ich bin unperfekt so herrlich perfekt.

 

Schlussrunde - Was kann ich aus dieser Stunde mitnehmen?

Der Zwischenruf – Stop – war sehr aufmerksam und hat mir Vertrauen gegeben und mich gebremst (Perfektsein) Ich habe die Stunde, ohne Stop gemeistert. Ich bin mit gutem Gefühl aus der Stunde gegangen. Ich habe mich, in der Gruppe sicher gefühlt, vertraut. Es sind keine negativen Gruppenspannungen zu fühlen. Ich hoffe es bleibt so und ich kann dort die Sicherheit in mir aufnehmen, für die Minimierung meiner Anspannung.   

 

Nachsatz

Denke ich jetzt so über diese zwei Sichtweisen nach, kann ich sie sehr gut annehmen. Ja, es stimmt denke ich. Und sofort kommen auch die Gedanken, das genau das missbraucht wurde und mich am Ende überfordert hat. Ich habe es nicht mehr geschafft, perfekte Arbeit zu leisten und jedem der kam,  zu helfen. Es waren zu viele Hochzeiten auf denen ich tanzen wollte bzw. musste. Ich hatte keine Grenzen, also wurden diese überschritten. Von mir selbst und von anderen. 


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