Köpertherapie-Lerne in deinen Körper zu spüren. Achtsamkeit. Ein Ball bringt Freude und Überforderung

14.12.2018 - Ein Ball bringt Freude und Überforderung

Die Stunde beginnt mit einem Stuhlkreis. Alle werden motiviert in sich hinein zu spüren. Nachzuspüren wohin ihre Gedanken gerade fließen und wie sie in der Gruppe sind. Das ist für mich eine Herausforderung und es gelingt mir nicht wirklich. Als der Ball als Sprachaufforderung ausgelegt wird, greife ich sofort danach. Ich möchte einfach nur sagen, was in mir los ist, bevor ich es gar nicht mehr heraus bringe. Meine Anspannung ist am Überkippen.

 

Ich sage ehrlich wie ich da bin und was es für mich bedeutet. Ich sage, dass ich hyper angespannt bin, alle mit meinen wackelnden Beinen nerve, versuchen möchte in der Gruppe zu bleiben, verweise auf meine guten Erfahrungen und auf mein Ziel die Anspannung insgesamt zu reduzieren. Für mich aber die Gruppe eine riesige Herausforderung ist. Das ich jetzt erst mal eine Pause brauche.

 

Nach der positiven Rückmeldung der Therapeutin stehe ich auf. Ich verlasse nicht den Raum, sondern versuche in der Gruppe zu bleiben. Gehe aber nun im Raum herum, schaue aus dem Fenster und konzentriere mich darauf was ich sehe. So gelingt es mir meinen Spannungspegel so zu regulieren, dass ich wieder teilnehmen kann. 

Die Einführungsrunde dauert heute etwas länger, da wir ja auch in dieser Gruppe neu sind und es noch Klärungsbedarfe gibt zum Inhalt. 

 

Die erste gemeinsame Gruppenübung fängt für die meisten harmlos an und macht Spaß. Ich habe schon dort Schwierigkeiten in der Konzentration und Koordination. Wir werfen einen Ball unserem Nachbarn zu. Später werfen wir den Ball, einer von uns ausgewählten Person zu. Achtsamkeit = darauf achten (Blickkontakt suchen) das der Empfänger schaut und sieht, dass der Ball zu ihm soll. Nicht schwierig? Bestimmt nicht. Aber für mich, die eh Schwierigkeiten hat Augenkontakt aufzunehmen und zu halten, ist das sehr heftig und dann noch den Ball fangen. Aber es gelingt. Auch als die Übungsanforderung gesteigert wird, 2 Bälle, schaffe ich es noch dabei zu bleiben. 

 

In der letzten Anforderungssteigerung, kommen kleine Sandsäckchen zum Einsatz. Für jeden herunter gefallenen Sack, kommt ein weiterer ins Spiel. Ich kann mich nur mit einem STOP retten, welches schon zu spät kommt. Aber es kommt. Die letzte Runde bin ich raus.

 

Das Ende der Stunde bildet wieder der Stuhlkreis und die Frage, wie es mir jetzt geht, wie ich das Spiel empfunden habe. Ich bin froh zu hören, dass die letzte Runde mit den vielen Säckchen mehrere Patienten überfordert hat. Ich selbst bin in der Anspannung etwas ruhiger und froh über die guten Erfahrungen im miteinander, die ich sammeln durfte. Bin aber auch froh, dass die Stunde vorbei ist.

 

Erstaunt bin darüber, dass die Therapeutin den anderen Neuen, an meinem Beispiel erklärt wie sie für sich sorgen können. Ups, damit habe ich nicht gerechnet. Darüber hinaus gibt sie mir überaus anerkennende Worte, für mein Dasein in der Gruppe, mit auf den Weg.

 

 

Ich bin stolz auf mich. Ich habe diese Stunde geschafft und ICH HABE GUT FÜR MICH GESORGT. Ich habe erste sehr gute Erfahrungen in der Gruppe gesammelt. Das macht mir Mut.


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