25.12.2018 Kliniktagebuch - 1. Weihnachtstag - keine Therapien - Gefühls-Chaos - Erschöpfung

Kliniktagebuch - 25.12.2018

Der Weihnachtstag beginnt sehr ruhig. Es sind nicht viele Patienten in der Klinik. Nach dem Frühstück bin ich mit X. verabredet. Sie hat mich gefragt, ob ich auch Menschen fotografiere und sie fotografieren würde. M. ist so jung und so wunderhübsch. Motiviert von ABC hatte ich zugesagt, aber wohl war mir ganz und gar nicht.

Naja, nun war es so und ich hatte ja nichts versprochen. Ich würde mein bestes geben. Sie sagte sie würde ich einfach über jedes Foto freuen.

Wir gingen hinunter zum Pavillon, von dem man bis in die Altstadt schauen kann. Ich liebe ihn. Da knallte es hinter uns. Wir könnten sehen wie sich ein Auto um die eigene Achse drehte und zum stehen kam. Schnell drehte ich mich wieder um, da ich in Panik war und nicht mehr klar denken konnte. Doch X. holte mich schnell zurück, weil sie irgendwas fragte.

Ich sagte zu ihr, komm ab in den Pavillion. Sie sprang los und ich konzentrierte mich auf das fotografieren. So hatte ich meine Panik schnell vergessen. Ja, ich konnte wunderschönes Fotos eines wunderschönen Mädchens machen. Schade, dass dieses Mädchen so traurige Augen hat. Doch manchmal gelang es mir, in ihr die kindliche Freude zu wecken. Es hat mir sehr gut getan, zu fotografieren und ihre Freude zu sehen.

Im Anschluss daran machte ich mich sofort an die Bildbearbeitung/Auslese. Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich glaube sie ist es auch. Hoffe ich.

Ein paar schöne Gespräche in meiner Kaffeezeit mit ABC, X. und X. ließen die Zeit bis zum Mittag schnell vergehen.  

 

Nach dem Mittagessen baute ich heftig ab. Nichts ging mehr, nicht mal rauchen. Ich war völlig angespannt, unter Druck und wusste einfach gar nichts mehr. Plötzlich war alles zu viel. Nicht mal die zwei vertrauten Raucherinnen ließen mich wieder entspannen. Meine Körper und meine Seele streikten. Ich verschlief den Nachmittag. Jetzt versuche ich mit Schreiben zu skillen. Meine Gedanken ordnen sich etwas, aber dieser Druck in mir bleibt. Vielleicht waren die positiven Resonanzen gestern zu viel des Guten. Sie schwirren in mir. Doch da ist der innere Kritiker, der beständig zur Vorsicht mahnt, der beständig dazwischen haut und mir die Angst schickt. Angst zu vertrauen. Angst das Sicherheitsgefühl anzunehmen. Angst wieder enttäuscht oder verletzt zu werden. Dieses hin und her macht mich kirre. Dazu kommt nun noch, dass morgen wieder Themenzentrierte Therapie ist. ANGST!

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