Prostatakrebs - Allein auf der Suche nach Informationen. Prostata-MRT bringt maximale Klarheit.

Krebs - Prostatakrebs - Wer nicht fragt bleibt dumm

Wer nicht fragt bleibt dumm ... heißt es in einem Kinderlied. Wenn ich als Mensch, krank werde, die Diagnose Krebs erhalte, dann ist es überlebenswichtig sich zu informieren, um an der richtigen Stelle, die richtigen Fragen stellen zu können, um so die richtigen Entscheidungen zu treffen. 

Daneben ist wirklich notwendig eine zweite Meinung einzuholen, aus dem einfachen Grund, heraus zu finden ob man sich in den Händen eines guten Arztes befindet. Nur das, ist heute wichtig. Diese Erfahrungen sammeln wir gerade, in der Prostata-Diagnostik. Leider.

Onkel Google - Schön, dass es dich gibt!

Wir waren und sind es noch, auf  sehr vielen Seiten zum Thema Prostata-Krebs unterwegs. Als gutgläubige Patienten haben wir den Worten und Vorgaben der Ärzte vertraut. Das wird uns so! nicht wieder passieren. Hätten wir den Hausarzt nicht gewechselt, wäre der Prostatakrebs zu spät entdeckt worden. Erst zu dem Zeitpunkt, wo er Beeinträchtigungen verursacht hätte. Natürlich gibt es da auch ein anderes Argument, vielleicht wäre er niemals entdeckt worden, keiner weiß wie lange er schon da ist. Jetzt ist er entdeckt und er muss behandelt werden, weil der Biopsiewert 9 (von 10) ist und weil wir nichts ausschließen können. Selbst den Tatbestand nicht, dass er innerhalb kurzer Zeit entstanden ist und dementsprechend aggressiv ist.

 

PSA-Wert ist eine Igel-Leistung

  1. KASSENLEISTUNG:  jährliches Abtasten der Prostata ab 45 Jahren, PSA-TEST BEI  KONKRETEM KREBSVERDACHT".
  2. PSA-Wert-Bestimmung als Vorsorgeuntersuchung wird sehr kontrovers diskutiert.
  3. PSA-Wert-Bestimmung ist IGEL-LEISTUNG, obwohl Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist.
  4. PSA-Wert zeigt an, dass in der Prostata etwas nicht stimmt! Nicht immer ist es Krebs!
  5. Die IGEL-Leistung PSA-Wert kann über ein Blutbild, beim Hausarzt erfolgen. Unsere neue Hausärztin hatte dazu geraten (66 Jahre).

Was ist ein konkreter Krebsverdacht?

Diese Satz ist echt ein Hohn, für jeden Mann, der Prostata-Vorsorge entsprechend der Standard-Kassenleistungen in Anspruch nimmt. Hat er einen guten Hausarzt, weißt dieser ihn auf die IGEL- Leistung hin. Da die IGEL-Leistungen derzeit in der beständigen Kritik stehen, wird er davon absehen. Dann wäre ja noch die Überweisung zum Urologen, für eine Vorsorgeuntersuchung, siehe oben Pkt. 5. Geht ein Mann da ohne Beschwerden hin? Ich glaube kaum. Andersherum. Warum sollte ein beschwerdefreier Mann eine Prostata-Untersuchung machen lassen oder einen PSA-Test (IGEL-Leistung)? Man kann es drehen wie man will, so richtig schlau werde ich daraus noch immer nicht.

  

Mein Mann hatte (hat) keinerlei Beschwerden! Das Abtasten der Prostata ergab keinen Befund. Das heißt, die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen wäre hier beendet gewesen, weil kein konkreter Krebsverdacht vorlag. Trotzdem hätte er Prostatakrebs gehabt, der in diesem Fall, unentdeckt geblieben wäre bis ...

 

Die IGEL-Leistung, von der Hausärztin angeraten, ergab einen vielfach zu hohen PSA-Wert. Dieser Wert ist so hoch, dass alle Urologen sofortigen Handlungsbedarf sehen. Folglich hatte der Urologe nur auf Grund der IGEL-Leistung den konkreten Krebsverdacht.  Heißt, hätten wir nicht die IGEL-Leistung der PSA-Wertbestimmung gemacht, würden wir von den 3 Krebstumoren noch immer nichts wissen!


PSA-Wert ergibt NICHT zwangsläufig eine notwendige Biopsie!

Der Besuch des Urologen war ein Griff  ins Klo. Mit Überweisung und der PSA-Wertbestimmung, ging mein Mann nun zu einer Urologin. Diese machte die Prostata-Abtastung, ohne Befund. Trotzdem wetzte sie sofort die Messer, ohne Kommentar oder Informationen, legte sie in der darauf folgenden Woche einen Termin zur Standard-Biopsie fest und erklärte den weiteren Verlauf der Behandlung: Operation und Bestrahlung/Chemotherapie. Sichtlich mitgenommen kam mein Mann nach Hause. Nein, das war nicht unsere Option.

Als wir dann später, eine Überweisung zur Pathologie (Biopsiebefund-Abrechnung) brauchten, war dies nicht ohne lange Wartezeit möglich. Da war uns sehr klar, diese Urologin sieht uns nicht wieder. Die Überweisung zur Patologie und eine Urologen-Empfehlung erhielten wir dann von unserer neuen Hausärztin. Ein Glück"

 

Die Informationen zu einem Prostata-MRT und alternativen Biopsie-Möglichkeiten erhielten wir von Onkel Google und auf der Homepage der Alta-Klinik Bielefeld.

 

MRT - Verschwiegener Zwischenschritt der maximale Klarheit bringt

Die Standard - Kassenleistung bzw. Standard-Protatakrebsbehandlung UNTERLÄSST den Schritt des Prostata-MRT.  Bei erhöhtem PSA-Wert wird eine REKTALE BIOPSIE empfohlen und bei Kassenpatienten, in der Regel, auch durchgeführt. Ein Prostata-MRT ist überhaupt nicht vorgesehen. Das MRT aber, ist der sicherste Weg, die Notwendigkeit einer Biopsie zu klären. Wir haben die MRT-Informationen auf den Homepages von Privat-Kliniken gefunden, zu unserem Glück.

 

Es gibt verschiedene Methoden der Prostata-Biopsie sagt Onkel Google

  1. Standard-Kassenleistung: Die Stanz-Biopsie erfolgt rektal (über den Mastdarm) - Standard sind 12 Gewebeproben, aus verschiedenen Abschnitten der Prostata. 
  2. MRT-gesteuerte Biopsie: Die Magnetresonanztomografie (MRT  Die Gewebeproben werden ZIELGERICHTET unter Zuhilfenahme der MRT-Bilder entnommen.
  3. Computerunterstützte Ultraschalluntersuchung
  4. Ultraschall-Elastografie

Meine Definition von Standard-Kassenleistungen

  1. Prostata-Standard ist eine, irgendwann einmal, festgelegte Leistung der Diagnostik, entsprechend dem medizinischem Fortschritt.
  2. Standard-Biopsie ist  sehr kostengünstig, aber mit höherem Risiko verbunden.
  3. Standard ist eine Stanzbiopsie bei der irgendwo, nach einem vorgegebenen Standard, 12 Gewebeproben genommen werden. Ob man dabei alle Tumore findet oder auch nicht. 
  4. Der medizinische Fortschritt ist am Standard vorbei gerauscht.

Dem medizinischen Fortschritt entsprechend, müssten aber die PSA-Wertbestimmung (35 Euro) und das Prostata-MRT (2.650 Euro), angemessener Standard sein. Das Prostata-MRT klärt mit MAXIMALER SICHERHEIT ob Tumore vorhanden sind und ob eine Biopsie notwendig ist, ohne rektalen Eingriff. Beides sind aber IGEL-Leistungen, die man sich leisten können muss oder eben nicht.

Fazit: Als Kassenpatient ziehst du die Arschkarte, wenn du kein Geld hast.


Fragen, Fragen und Fragen ...

  • Warum kommt bei allen Behandlungsmethoden, die nicht Standard sind, die für mich dumme Aussage, ..."Nutzen ist noch nicht abschließend geklärt ..." Da geht mir echt die Hutschnur hoch. 

  •  Warum nur werden diese Verfahren dann effizient und erfolgreich angewendet? Warum verdienen damit Privatkliniken viel Geld? Nicht zu reden von deren exzellenten Ergebnissen.
  • Wieso ist der Nutzen nicht abschließend geklärt, wenn doch klar ist, dass ein MRT die Notwendigkeit einer Biopsie , mit maximaler Sicherheit, klärt?
  • Warum können Privatpatienten diese  Methoden, des medizinischen Fortschrittes, nutzen?
  • Warum werden Kassenpatienten  nur einseitig behandelt und informiert? 

Krankenkassen-Informationen

Achtung! Es besteht die Möglichkeit, der anteiligen Kostenübernahme der Krankenkasse, wenn die Klinik einen Vertrag mit der Krankenkasse hat, also Privat- wie Kassenpatienten behandelt und abrechnet! Wenn die Privatklinik, wie die Alta-Klinik Bielefeld, KEINERLEI VERTRÄGE mit Krankenkassen hat, dann übernimmt die Krankenkasse keine Kostenbeteiligung. Noch ein Hinweis, das MRT muss begründet sein (was auch immer das heißt), da es sonst als IGEL-Leistung abgeschmettert wird.

 

 Unser Antrag auf eine Beteiligung an den Kosten, lehnte die Krankenkasse ab, weil es eine Privatklinik ist, ohne Vertrag mit Krankenkassen. In dem Ablehnungsschreiben, wies sie uns darauf hin, dass ein Prostata-MRT auch in 3 (von der Krankenkasse benannten) Kliniken in Dresden gemacht werden kann.  Diese Information kam für uns zu spät.  Wir hatten das MRT und auch die MRT-gesteuerte Biopsie schon gemacht. Wir haben es nicht bereut. Wir hätten unsere Kosten minimieren können, auf die Kosten der MRT-gesteuerten Biopsie, von der wir nicht wussten, dass sie auch in Dresden gemacht wird. Diese Information erhielten wir erst bei unserer Biopsie-Befund-Besprechung beim neuen Urologen.

 

Unsere Erkenntnisse

  1. Wer nicht fragt bleibt dumm. Bei der Krebsdiagnose, ist es nicht selbstverständlich, dass man Informationen erhält, nicht mit der Diagnose allein gelassen wird.
  2. Wer nicht selbst weiß, was es für Möglichkeiten gibt, dem wird es nicht gesagt. Wer nicht selbst auf die Suche geht, nachfragt und nachforscht, wird als gutgläubiger Patient mit Standard-Leistungen abgespeist.
  3. Standard-Leistung ist  NICHT die beste Behandlungsmethode.
  4. Standard-Leistung ist NICHT gering-invasiv.
  5. Egal welche Diagnose gestellt wird, eine 2. Meinung ist wertvoll.
  6. Auf jeden Fall nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten fragen. 
  7. Informationen von Herrn Google einholen, möglichst viele Seiten durchforsten. (Bitte auf Seriosität achten)
  8. Vor der Entscheidung zu einer Privat-Leistung die Krankenkasse befragen ob und wo, die gewünschten Leistungen, erbracht werden könnten , wie eine Kostenbeteiligung aussehen kann. Nicht abweisen lassen! Schriftlichen Antrag auf Kostenbeteiligung stellen! 
  9. Die Alta-Klinik leiste exzellente Arbeit. Wir fühlten uns sehr gut betreut UND INFORMIERT. 

Wir haben uns für den Zwischenschritt - Prostata-MRT  in der Alta-Klinik entschieden, weil wir es nicht anders wussten und weil wir maximale Sicherheit wollten.  Leider bestätigte das MRT die Notwendigkeit einer Biopsie, die wir zeitnah als MRT-gesteuerte Biopsie machen ließen. Der Biopsie-Befund verspricht nichts Gutes. Ein Befundgespräch wird bei unserem neuen Urologen stattfinden, in der Hoffnung, dass er hält was man ihm nachsagt (Top-Urologe).

In der Warteschleife der Diagnostik. Angst & Fragen bestimmen mein Leben.

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