17. September 2019
Betroffene: Heike Pfennig Jahrgang: 1961 Diagnosen: Mittelgradige Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Angststörung, soziale Kontaktstörung, dissoziative Störung Therapien: Psychiatrie, Psychiatrische Tagesklinik, Verhaltenstherapie, stationärer Aufenthalt in einer Traumaklinik, ambulante Traumatherapie, stationärer Aufenthalt in einer Traumaklinik Ressourcen: Familie, Freunde, Wandern, Fotografie, Meer

17. September 2019
Vorwort: Armin (80) und Renate (75) sind unsere netten Nachbarn, seit wir in Dresden wohnen. Wir grüßen uns, plauschen mal, haben die Wohnungsschlüssel für den Notfall getauscht, gießen die Blumen im Urlaub oder füttern die Fische. Ich bin psychisch krank, leide an Depression und Posttraumatischer Belastungsstörung. Mein Mann erhielt in diesem Jahr die Diagnose Prostatakrebs und musste, 7 Tage in die Uniklinik Dresden, zur Operation. Das waren die härtesten Tage in meinem Leben, seit...

13. September 2019
Wenn, meine Idee durch eine Email, den Weg zu mir findet. Ich habe schon lange überlegt, dass es wunderbar und hilfreich wäre, wenn Betroffenen-Blogs untereinander verknüpft wären und so für mich leicht zugänglich und Menschen, die auf meiner Seite lesen Wege zu anderen Blogs aufzeigen. Hm, ich habe meiner Idee nicht vertraut und so blieb sie liegen und verschwand aus meinem Focus. Bis heute. Foto by Michael Jahn (es ändert sich vielleicht noch einmal)

08. September 2019
Ich habe es geschafft. Mir ging es heute endlich besser und so habe ich mich auf den Weg ins Krankenhaus gemacht. Als ich auf der Station ankam, kam mein Mann gerade gelaufen, was mich sofort entlastete. Wir gingen nicht auf sein Zimmer, sondern setzten uns vor dem Gebäude auf eine Bank in der Sonne. Heute sah mein Mann wieder "normal" aus und auch seine Stimme ist wieder die seine. Ich war so froh. Wir saßen da und erzählten. Rückblick - Operation Ja, es gab nach der OP irgendein Problem,...

07. September 2019
Heute morgen habe ich mit meinem Mann telefoniert. Seine Stimme klang wieder normaler. Sie war wieder kraftvoller. Es tat gut mit ihm zu reden und ihn zu hören, auch wenn ich meine Tränen kaum zurück halten konnte, ich meine Nerven im ganzen Körper spürte, es mir kalt den Rücken herunter lief, Gänsehaut mich überzog. Ein paar Worte wechseln. Ihm erzählen, dass ich gestern den ganzen Tag geschlafen hatte, weil meine Notfallmedis früh um 5:00 Uhr endlich Wirkung zeigten. Ihm erzählen,...

05. September 2019
Ein einfacher Satz und doch eine Ohrfeige für mich. Was soll er bedeuten? "Und jetzt Ruhe???? und positive Gedanken rundherum"??????" Es gibt Sätze, die sind Trigger, für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Warum? Weil sie genau das, was so klug daher gesprochen wird, nicht einfach können. Wo soll ich die Ruhe hernehmen, wenn Angst und Panik mich jagen? Wo soll ich die Ruhe hernehmen, wenn der liebste Mensch, der wertvollste Mensch, für mich gerade eine Operation hinter sich...

05. September 2019
Der Tag begann heute um 6:22 Uhr, mit einem "Guten Morgen" aus dem Krankenhaus. Dazu eine Telefonnummer und eine Wegbeschreibung zur Station. Ich habe losgeheult. Ich liebe diesen Mann so sehr und ich bin so voller Angststürme. Dann hieß es warten, warten, warten, warten, warten ... Auf den Anruf vom Chefarzt. Er hatte es mir versprochen. Warten, warten ... Ein Glück werde ich bald Oma und hatte so sehr gute Ablenkung, ich durfte nur nicht Kaffee trinken und rauchen. Diese Minuten nutze mein...

31. August 2019
"Hallo Heike, Gefühle und Emotionen sind die Würze des Lebens. Doch man kann jede Mahlzeit auch komplett versalzen… Das ist der Fall, wenn immer wieder Gefühle (der Einfachheit halber werfe ich hier Emotionen und Gefühle in einen Topf) auftauchen, die uns überwältigen. Diese Überwältigungen nennt man „Emotionale Flashbacks“. Das bedeutet, dass wir Gefühle haben, die eigentlich nichts mit dem Hier und Heute zu tun haben, sondern einfach „angetriggert“ wurden, durch eine...

28. August 2019
Welche Gedanken und Gefühle tauchen bei Ihnen im Allgemeinen auf, wenn es zu einem Beratungsende kommt. Wie erleben Sie das Ende unserer therapeutischen Beziehung? Das Ende erlebe ich wie ein, allein gelassen werden. Es fühlt sich unvollendet an. Ich habe ein, für mich sehr heftiges Trauma bearbeitet, gut verarbeitet und ich kann endlich gute Bilder sehen. Ein anderes wurde dabei angerissen und es arbeitet unbearbeitet noch in mir. Die neuen Symptome (Angst im Rücken, Platzangst und Wut)...
28. August 2019
Ein Foto, dass für mich das Gefühl der Hilflosigkeit gut darstellt. Dieses Gefühl ist nicht gut zu beschreiben. Es nimmt mich ein, versetzt mich in Angst. Es ist schwer zwischen Angst und Hilflosigkeit zu unterscheiden, da beide Gefühle mit einander verwoben sind. "Hilflosigkeit macht uns klein, sie macht uns ohnmächtig, sie nimmt uns die Kontrolle und wir werden uns der Bodenlosigkeit der eigenen Existenz fühlbar bewusst. Sogar der Körper reagiert. Wir sind unfähig klar zu sehen und zu...

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