Meine Erfahrungen mit IRRT

IRRT (Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy) - Wie habe ich es erlebt? Was war das Ergebnis?

IRRT (Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy)

 

Die IRRT ist eine Therapiemethode zur Behandlung von PTBS und anderen Traumafolgestörungen.

 

Visuelle und verbale Interventionen werden kombiniert, um Zugang zu belastenden Trauma-bezogenen Bildern zu gewinnen, diese zu konfrontieren, zu transformieren und emotional zu bewältigen.

 

 

  1. In der ersten Phase werden die belastenden Bilder und assoziierten Emotionen des Traumas vom Patienten in sensu wiedererlebt und verbalisiert.
  2. In der zweiten Phase liegt der Schwerpunkt auf der Konfrontation und Entmachtung des Täters durch das aktuelle Ich des Patienten, das als zusätzlicher Persönlichkeitsanteil auf dessen innerer Bühne eingeführt wird.

  3. In der dritten Phase geht es um die Entwicklung von Bildern der Beruhigung, Tröstung und Versöhnung zwischen aktuellem Ich und dem damaligem Ich.

 Im Rahmen von Nachbesprechung und Hausaufgaben wird parallel an der Vertiefung und Verankerung des Erreichten und an der kognitiven Umstrukturierung gearbeitet. 

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Sternenkind & Engel - Dies ist deine Geschichte. Für dich schreibe ich sie heute auf, liebe Daniele.

Sternenkind & Engel

Am 20.11.1980 wurdest du per Notkaiserschnitt geboren. Viel zu klein, zu wenig Gewicht und mit einem komplexen Herzfehler. 8 Monate wurdest du im Krankenhaus aufgepäppelt. Dann kam endlich der Aufenthalt in der Charité-Klinik Berlin. Hier wurden weitreichende Herz-Untersuchungen gemacht. Das war damals nur hier möglich. Nach vier Wochen Aufenthalt, wurdest du, zu meiner Freude, nach Hause entlassen. 

 

Niemand sagte mir damals wirklich wie schlimm es um dich steht. Niemand sagte mir, dass dein Herz irreparable Schädigungen hatte. Heute weiß ich, sie haben dich zum sterben nach Hause gelassen, ohne es mir zu sagen. Niemand wusste wie lange du noch leben würdest. Niemand konnte vorhersagen, wann die kleine Herzklappe - die einzige Verbindung zur Lunge - deine Sauerstoffversorgung unterbrechen würde. Diese kleine Klappe schließt sich normalerweise bei der Geburt.  Sie war deine Lebensrettung, denn sie war noch offen. Unwissend und einfach nur froh, hatte ich dich nun zu Hause. Endlich.

 

Erst als du mein Engel warst, erfuhr ich genau was dein krankes Herz für viele Fehler hatte, das niemand daran geglaubt hat, dass du 2 Jahre und 3 Monate alt werden  würdest. Diese Nacht in der du zum Engel wurdest, dein Stern am Himmel aufging und deine Beerdigung sind lebendige Erinnerung in mir, die mich gejagt und geprügelt haben,  bis ich die Nacht nun (2019) in einem IRRT so bearbeitet habe, dass ich endlich trauern kann und mit dem Verlust leben kann. Leben kann, mit dir in meinem Herzen. Niemand kann dich dort wegholen. Du bist immer ganz nah bei mir, in mir. Schön, dass es dich gab und gibt!

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Wenn das Monster keine Ruhe gibt, es wieder Macht bekommt. 3. IRRT im Trauma. Monster ansehen und töten, auch wenn es hart ist.

Wenn das Monster wieder Macht bekommt

Mein Aufenthalt in der Klinik ist nun 6 Wochen her. Das Leben ist anders. Mein Leben außerhalb der Klinik ist anders. Keine Käseglocke ist vorhanden. Ganz normale Anforderungen im Alltag, Nachrichten und Aktivitäten bestimmen wieder mein Leben. Auch wenn ich noch stärker auf mich selbst achte, Grenzen beachte und einhalte, ist es doch eine anderes Leben. Ungebremst, ja auch ungewohnt dröhnt das Leben auf mich ein. Meine Symptome sind wieder da. Ich bin erhöht Schreckhaft und schreie auch wieder laut. Ich habe gute und andere Tage, träume sehr häßlich, habe Einschlafschwierigkeiten, Schweißattacken und vor allem die neuen komischen Attacken (Magen, Kreislauf) machen mich unruhig. Meine Beine werden wieder aktiver und die Anspannung nimmt zu. Meine Wut ist immer noch da und stört meinen Alltag, weil ich gegen alles und jeden wütend bin, obwohl ich weiß sie gehört an eine bestimmte Stelle.

In den letzten 3 Wochen bemerke ich intensiv, dass mein Monster immer stärker wird. Es greift wieder nach Macht und wird stärker. Es stört meine Erinnerungen und schickt mir unbändige Wut, die wiederum Kraft kostet, welche mir für wirkliches Leben fehlt. Es gibt nur einen Weg. Ein neues IRRT.

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Traumabewältigung mit IRRT - Meine Entscheidung - Mein Weg - Was verändert sich durch die Traumakonfrontation? Meine Sichtweisen - Meine Erfahrungen

Traumabewältigung mit IRRT

Mein traumatisches Ereignis liegt über 30 Jahre zurück. Es hat mich über die vielen Jahre begleitet. Mich begleiteten die Bilder der Todesnacht meines Kindes. Wie in einem Farbfilm war ich immer wieder in genau der Situation. Ich konnte es fühlen, riechen, sehen bis ins Detail. Die Träume kamen regelmäßig, aber auch bei Beerdigungen waren sie präsent. In diesen Träumen und Bildern, kam der Täter (Vater des Kindes), der diese Nacht und das Ereignis ansich noch schlimmer machte, nicht vor. Ihn hatte ich ausgeblendet und doch war er stets da.

Daneben jagten mich Träume, in denen ich in einem Wald herum irrte und den Weg nicht fand. Es sind unscharfe Bilder, sehr verzerrte und neblige Bilder von Bäumen und Wegen. Ich mitten drin. Manchmal passierte diese Suche auch in einer Stadt (zwischen Häusern und Straßen, die ich nicht zuordnen kann) oder auch nur in einem Haus mit vielen Zimmern, Treppen und Türen. Ich habe wahnsinnige Angst, fühle mich hilflos und ausgesetzt. Ich irre herum, hierhin, dorthin und anderswo. Völlig kaputt und kraftlos wache ich dann morgens auf. Es dauert eine Weile bis ich die Bilder verliere und registrieren kann, es ist alles OK.

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