Diskrimination - Beispiele aus meinem Alltag - Speisesaal-Therapeut-Gruppe-Raucherecke

Meine Diskriminationen


Trigger-Speisesaal

Trigger: Speisesaal – Ich darf nicht auffallen. Es wird über mich getuschelt. Ich bin der Situation ausgeliefert.

Alt - Vergangenheit

Ich bin auf Arbeit unter Kolleginnen.

Bin 40 Jahre alt, trage angepasste Bekleidung, habe kleine Kinder, Existenzangst – finanzieller Druck.

 

Ich habe nur eine Freundin und bin in einer belastenden Ehe.

 

Ich habe mich verbogen, mich angepasst, versucht es allen Recht zu machen, halte das Tratschen und herziehen über, nicht anwesende, Kollegen oder Ehrenamtlich aus.

 

Ich bemerke das Kolleginnen über mich tuscheln bzw. mich abwertend anschauen, mich nicht ehrlich anschauen oder mich ignorieren.

 

Ich fühle mich unwohl, spüre die Ablehnung und das geduldet sein, spüre diese falsche Freundlichkeit, die Hinterhältigkeit im Raum.

 

Ich sehe die Unehrlichkeit und die Abwertung in den Augen. Ich möchte weglaufen, mich verkriechen.

 

 

SVD 8

Neu - Jetzt

Ich bin im Speisesaal der Klinik unter Mitpatienten.

Ich bin 57 Jahre alt, meine Kinder sind erwachsen. Ich trage Kleidung in der ICH mich wohl fühle, MEINE Kleidung. Mir ist egal, was wie andere meine Kleidung finden. Ich bin finanziell abgesichert und ohne Druck. Lebe in einer wundervollen Ehe, habe ein gutes Verhältnis zu meinem Sohn, zu den Stiefkindern und die Enkelkinder lieben mich. Ich habe 2 Freundinnen die über die Zeit geblieben sind.

 

Mitpatienten sind mich sich selbst beschäftigt. Führen Unterhaltungen am Tisch. Keine abwertenden Blicke.

Ich kann MICH am Tisch unterhalten oder still sein.

Es ist  ein verständnisvolles Miteinander am Tisch.

Ich kann die Situation verlassen, wenn es zu viel wird. Ich muss mich nicht verbiegen oder aushalten.

Ich stehe nicht im Focus anderer Patienten.

Direkter Augenkontakt ist nicht abwertend, sondern freundlich.

Ich kann sein wie ich bin. Ich brauche keine Angst haben bzw. andere Patienten haben auch Angst.

Ich bin nicht allein mit meinen „Problemen“.

 

 

SVD 1



Trigger-Therapeut

Trigger: Einzeltherapie – Kein wirkliches Vertrauen, ich fühle Unsicherheit, ich habe Angst zu versagen und nicht gut genug zu sein, nicht alles zu schaffen, ich bin anders, ich kann es nicht richtig machen.

ALt-Vergangenheit

Ich sitze meiner Chefin gegenüber.

 

Ich bin 40 Jahre alt, habe kleine Kinder, finde keinen anderen Job, habe Existenzangst, bin ausgeliefert und machtlos, ich trage angepasste Kleidung und bin geschminkt (wie es ihr gefällt), meine Körperhaltung ist ängstlich und geduckt.

 

Ich arbeite an der Basis gern, aber den Job habe ich innerlich schon lange gekündigt. Ich finde keinen anderen Job.

Halte die Situation aus, um meine Ehrenamtlichen nicht im Stich zu lassen und weil ich das Geld brauche.

 

Ich höre ihre angestrengt freundlichen Worte, sehe in ihren Augen Abwertung, Ablehnung und ihr Falschheit springt mich an.

 

Es gibt immer einen Fehler, es gibt immer etwas was ich falsch mache.

In Konfliktsituation mit ihr oder anderen Kolleginnen bin immer ich Schuld. Selbst daran, dass sie nicht mit mir kann, bin ich Schuld.

 

Sie schaut mir direkt in die Augen und ich kann ihre Ablehnung sehen bzw. ihre Macht spüren.

 

Ich sage was sie hören möchte, kann mich Schuldzuweisungen nicht erwehren und kann immer neue Arbeitsaufgaben nicht ablehnen.

 

Ich arbeitet möglichst perfekt und überschreite meine Grenzen, Grenzen die ich nicht kenne, nicht beachte und die von anderen auch übertreten werden. 

 

 

 

SVD 10

Neu-Jetzt

Ich bin in der Klinik bei meiner Therapeutin.

 

Sie ist für mich da. Sie möchte mir helfen. Sie kann mir nur helfen, wenn ich offen und ehrlich bin. Sie ist offen, ehrlich und natürlich auch kritisch und fordernd.

 

Ich kann sagen, was ich denke und fühle. Sie hört mir zugewandt zu. Sie hinterfragt, sie wertet nicht, sie will wissen was mir Stress macht. Gemeinsam suchen wir Auslöser, Entspanner und probieren verschiedene Entspannungsübungen aus.

 

Wir schauen uns, ohne Worte, Minuten lang an. Sie hält meinem Blick stand und ich ihrem. Ich kann sie in Ruhe anschauen. Ich finde nichts Negatives.

Ihr Blick ist offen, herzlich, ernst und zugewandt.

 

Langsam lösen sich meine Nervenanspannungen und es beginnt ein ruhiges Schwingen in meinem Körper. Meine Nerven fangen an wohlig zu kribbeln bis in den kleinen Zeh. Es kehrt Ruhe ein und Leichtigkeit.

 

Ich kann Vertrauen und Sicherheit spüren, mich loslassen, mich befreien und da sein. Meine Beine finden Ruh. Es ist wie kleine Lichtwasserperlen am Meer im letzten Licht des Tages, die durch meinen Körper kullern.

 

ICH KANN RUHE UND VERTRAUEN SPÜREN!

 

ICH MÖCHTE SEIN WIE ICH BIN! 

Kein Übungssatz mehr. Er kommt aus tiefstem Herzen.

 

 

EMDR-Übung zur Verankerung der Ruhe und der positiven Bilder im ganzen Körper (27.12.-28.12.)

 

SVD 1



Trigger - Raucherecke = Lästerecke

ALt - Vergangenheit

Raucherecke = Lästerecke

 

Gespräche über Kollegen die nicht da sind, hetzen, lästern und …

Ich bin dabei und doch nicht dabei, fühle mich anders. Ich bin anders.

Ich will einfach nur eine Rauchen und etwas abspannen. Das dumme Geschwätz nervt mich.

 

Fühle ich gehöre nicht dazu. Es wird mir Normalität und Team vorgegaukelt. Doch in Gedanken sind sie sich alle selbst am nächsten.

 

Ehrlichkeit und Vertrauen gibt es nicht. Es bleibt nichts „unter uns“. An irgendeiner Stelle kommt es immer, völlig verdreht und aus dem Zusammenhang gerissen, wieder an.

 

Meine Chefin findet es toll, dass ihr so viele Kollegen „vertrauen“ und sie so DIES und DAS erfährt. Sie glaubt was sie hört. Sie fördert dieses Klima.

 

Ich höre das Weihnachtsglockengeläute, dass heute länger dauert. Ich höre die anderen Patienten miteinander reden. Ich rede irgendwie mit. Ich fühle mich anders. Ich fühle mich nicht dazu gehörig. Ich fühle mich bedrängt.

 

 SVD 8

 


Neu - Jetzt

Raucherecke = Entspannungsecke

 

Raucherecke ist Treffpunkt für viele Patienten.

Gespräche unterschiedlicher Art, stille, fröhliche, nachdenkliche... Patienten.

 

Kein hetzen und böswilliges Gerede über andere. Ich kann mich (muss aber nicht) unterhalten, mit anderen Patienten.

Ich kann gehen oder bleiben.

 

Ich höre positive Rückmeldungen, habe nette Gespräche, muss keine Angst haben (die ich trotzdem habe) etwas falsch zu machen.

 

Ich glaube einige der Patienten mögen mich.

Ich sage was ich denke und bin wie ich bin, mal müde, mal munter, mal gesprächig mal stumm. Meine Beine wackeln beständig und meine Anspannung ist hoch.

 

Ich erhalte positive Rückmeldungen, sehe wirkliche Freude in den Augen. Einige Patienten ticken ähnlich wie ich. Schutzmechanismen haben alle, einige ähnlich der meinen.

 

Meine Beine stören niemanden.

 

 

SVD 4

Erstellt: 23.12.2018




Trigger -Gruppe

Trigger Gruppe - Themenzentrierte Gruppentherapie – Ich fühle mich sehr unwohl, habe Angst, möchte weglaufen, ich kann nicht vertrauen, ich stehe mit dem Rücken zur Wand, habe Angst das Falsche zu sagen oder etwas dummes

ALt - Vergangenheit

Ich bin in einer Leiterberatung/Vorstandssitzung.

 

Ich trage irgendeine Kleidung (angepasst). Ich sitze angestrengt und ordentlich auf einem Stuhl.

 

Ich bin ca. 40 Jahre alt, habe kleine Kinder. Ich bin Projektleiterin und bin gern in meinen Projekten.

 

Es sind andere Kollegen da, die froh sind, dass nicht sie in der Schusslinie sind oder die auch noch austeilen.

 

Ich höre angestrengt zu, um ja nichts zu überhören.

Ich fühle mich unwohl.

Ich warte darauf dass ich angemahnt werde.

Ich überlege jeden Satz gründlich.

 

Ich sage was nötig ist und bin ehrlich in den Zahlen, auch wenn mir das wieder böse Blicke bringt.

 

Ich bin froh, wenn ich es hinter mir habe und nicht noch zur Chefin muss oder mich wieder Ermahnungen, Aussagen erwehren muss.

 

Ich fühle mich hilflos und ausgeliefert, weil ich beständig in der Schusslinie stehe und die Situation nicht verlassen kann.

 

Ich habe Angst einen Fehler zu machen, etwas falsch zu machen und zu versagen. Ich bin anders.

 

Eigener Anspruch: Gruppentherapie unbedingt meistern. (Die Gruppen-Therapie war immer Horror und ich habe sie nie ausgehalten oder geschafft.)

 

 

 

 

 

 

 

 

SVD 10

 


Neu - Jetzt

Ich bin in der Gruppentherapie mit anderen Mitpatienten.

 

Ich trage Kleidung die ich sehr mag, in der ich mich wohl fühle. Ich sitze auf einem Stuhl und könnte sehr locker sitzen. Ich bin 57 Jahre alt und meine Kinder sind erwachsen. Ich lebe in einer sehr guten Ehe und mein Mann sowie die Kinder und Enkelkinder lieben und wertschätzen mich.

 

Ich kann hier lernen, mich üben, Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln, gemeinsam mit anderen Patienten.

 

Jeder hier trägt sein Päckchen.

 

Niemand ist auf mich fokussiert, möchte mich verletzten, bloßstellen oder vorführen.

 

Alle haben ein Ziel, ihre Symptomatik zu bearbeiten und zu verbessern, genau wie ich.

 

Ich erhalte positive Rückmeldungen, aufmunternde Blicke, mir wird aufmerksam zugehört, es werden Nachfragen gestellt.

 

Die Patienten haben mich in die Gruppe wohlwollend aufgenommen.

 

Ich kann mich zugewandt mit ihnen unterhalten. Erfahre Freude, Spaß, Lächeln, Lachen, Umarmung, Bestätigung, Verständnis, Vertrauen – Ich bin nicht allein.

 

Ich kann Hilfe erhalten, wenn ich sie brauche.

 

Ich kann STOP sagen und die Situation verlassen.

 

Ich bin NICHT hilflos und ausgeliefert.

 

Ich bin hier, weil ich hier sein möchte.

 

SVD 7

Erstellt: 24.12.2018



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