Psychoedukation-Trauma-Abläufe im Gehirn

Trauma - Amygdala & Hippocampus

Amygdala ist das Angstzentrum.

Die Amygdala (auch Mandelkerne genannt) ist wesentlich an der Konditionierung von Angst beteiligt. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren. Ereignisse werden in der Amygdala mit Emotionen verknüpft und gespeichert. Die Amygdala kreiert gewissermaßen Gefühle, ohne diese zu bewerten.  

 

Hippocampus ist der Speicher von Informationen.

Der Hippocampus (auch Seepferdchen genannt) ist die zentrale Schaltstelle des limbischen Systems im Gehirn. Er hat eine ordnende Wirkung. Ereignisse werden zeitlich und geografisch zugeordnet und die Reize bewertet. Aus diesem Grund wird er auch „cool system“ genannt.Der Hippocampus spielt weiterhin eine wesentliche Rolle bei der Überführung der Informationen aus dem Kurzzeitspeicher in den Langzeitspeicher, die Großhirnrinde. 

Bei traumatischen Erlebnissen wird unser Gehirn mit Stresshormonen überflutet. Dieses wirkt sich ungünstig auf die Nervenzellen im Gehirn aus, vor allem auf den Hippocampus. Die Zusammenarbeit zwischen der Amygdala und dem Hippocampus ist gestört. Gefühlszustände, Bilder und körperliche Reaktionen werden in der Amygdala gespeichert, das vollständige Zuordnen des Erlebten im Zusammenhang mit der äußeren Realität kann im Hippocampus jedoch nicht stattfinden. Es entsteht eine „hippocampale Amnesie“, d.h. es bestehen keine Erinnerung an die konkrete reale Situation. Ist das Trauma nicht verarbeitet, überwiegt das emotionale Gedächtnis der Amygdala „hot system“ im Vergleich zum autobiografischen Gedächtnis des Hippocampus „cold system“. Es besteht ein Nebeneinander von intensiven Erinnerungen einerseits und Erinnerungslücken bzgl. der konkreten Geschehnisse andererseits. Die unvollständigen, weil noch nicht zuordenbaren Erinnerungen entwickeln ein Eigenleben, welches sich weitestgehend dem Bewusstsein entzieht. Zahlreiche Reize können als Trigger fungieren und bei Betroffenen intensive emotionale Erinnerungen hervorrufen.

 

Quelle: http://posttraumatische-belastungsstoerung.com/

 

Diesen Teil der Definitionen, habe ich hinzugefügt, weil ich in der Stunde nicht so schnell schreiben und erfassen konnte bzw. mir merken konnte, wie genau der Zusammenhang ist. Sie sind aber der gegebenen Informationen entsprechend. 


Trauma - ist erstarren - ist nicht handlungsfähig zu sein.

Wir können uns an gewöhnliche Ereignisse aus der Vergangenheit erinnern. Wir wissen, was wir erlebt haben und können dieses der Vergangenheit zuordnen.

Bei traumatischen Erinnerungen ist dies anders. Während des traumatischen Ereignisses ist das Gehirn überfordert und die Eindrücke können nicht in geordneter Weise verarbeitet werden. Es werden nur einzelne Fragmente gespeichert. 

 

Im normalen Alltag treten diese als Flashbacks auf. Vielfältige Reize lösen Trigger aus, die unkontrollierte heftige emotionale Erinnerungen hervorrufen. Traumatherapie hat das Ziel den gesamten Film = Das gesamte Ereignis anzuschauen und zu speichern. Träume, Flashbacks, Dissoziationen ... verhindern Reaktionen, sind Vermeidungsverhalten, die nicht die Verarbeitung unterstützen.

 

Es ist wie mit unsortierten Wäschebergen im Kleiderschrank. Ein Wäscheberg Geräusche, ein Wäscheberg Bilder, ein Wäscheberg Gefühle. Öffnet man den Schrank fallen sie unkontrolliert heraus. Ziel der Traumatherapie ist es, diese Wäscheberge einzeln herauszunehmen, um sie anzuschauen, zu sortieren und ordentlich zusammengelegt wieder hineinzulegen. Damit werden sie beruhigt. Das Trauma an sich bleibt bestehen, es wird nicht vergessen. Aber die unkontrollierten Handlungen oder Emotionen verlieren sich. Man kann dann gut damit leben und wird bewusst handlungsfähig!

   

Traumatherapie - Intervalle:

  1. Stabilisierung
  2. Stabilisierung
  3. Stabilisierung
  4. Konfrontation
  5. Resilienz
  6. ...

 

Es gibt kein Rezept für den Weg der Traumabehandlung.

Daher ist der Aufenthalt in einer Traumaklinik in den meisten Fällen ein Intervall-Aufenthalt. Wie viele Intervalle benötigt werden und in welchen Abständen, hängt von der Stabilität und den vorhandenen Traumata ab.


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Kommentare: 2
  • #1

    Maike (Samstag, 05 Januar 2019 23:08)

    Liebe Heike, deine Erklärung über die Amygdala und den Hippocampus finde ich für mich sehr hilfreich. Ich werde es noch mehrmals lesen um es zu verinnerlichen. Ich denke es ist für meine Problematik der Angststörung sehr hilfreich die ganzen Abläufe zu verstehen. Alles Gute weiterhin und danke für´s teilhaben. LG Maike

  • #2

    Heike Pfennig (Sonntag, 06 Januar 2019 17:46)

    Ich freue mich Maike, wenn es auch dir weiter hilft. LG Heike