Das innere Kind und Herr Kontrollettie oder das innere Kind, nimmt im Traum Gestalt an.

Das innere Kind und Herr Kontrollettie

Wenn im Traum Vergangenheit und Jetzt auf einander treffen.

 In der heutigen Therapiestunde habe ich meine Träume vorgelesen. Endlich, denn da gehören sie hin. Es ist für mich der richtige Weg, sie auf zu schreiben, mich damit auseinander zu setzen. 

Nicht richtig ist, aber sie im Anschluss daran, wegzulegen, zu verdrängen und nicht wieder hervor zu holen. Sie gehören in die Therapie, damit ich dort weiter daran arbeiten kann, mich weiter auseinander setze und so Erkenntnisse und Sichtweisen finde, die ich allein nicht finde oder die mir selbst überhaupt nicht bewusst sind.

Ich bin keine Therapeutin und nicht alle meine Erkenntnisse sind richtig oder verhelfen mir zu Möglichkeiten meiner Veränderung. Ich habe es begriffen! Danke Frau ....

Meine Erkenntnisse sind auf einem guten Weg. Doch meine Wahrnehmung zu dem Kind in beiden Träumen ist nicht richtig. Sie geht ins Außen - ich projektiere das Traumkind in meine Tochter bzw. meinen Sohn. Ja, es sind mir bekannte Verhaltensweisen, von ihnen, aber sie haben mit dem wirklichen Inhalt der Träume nichts zu tun. Das Verhalten des Traumkindes spiegelt mich selbst, in Kinderjahren, wieder. Es ist das innere Kind, dass im Traum Gestalt annimmt.  

 

Herr Kontrollettie

Das beste Beispiel dafür sind meine Spiegelübungen "Schenke dir selbst jeden Tag ein Lächeln"! Positiv ist, ja es funktioniert manchmal. Es gibt Tage, wo ich mich fröhlich anlächeln kann und mit mir schwatzen kann. An einer Vielzahl von Tagen funktioniert es nicht. Dann wird mein Lächeln eine angestrengte Fratze und ich breche sofort ab, denn so macht es keinen Sinn und verstärkt nur meine eigene Abwertung. Ich möchte mich anlächeln, aber von hinten kommt wieder Herr Kontrollettie und lästert mit sarkastischen Worte:"Ach, geht es dir heute gut... , was glotzt du so blöd... , wie siehst du denn heute wieder aus... , könntest dich mal wieder kämmen... , wenn ich dein Gesicht sehe, könnte ich...

 

Genau das selbe Spiel geht im Kopf los, wenn ich gelobt werde. Sofort ist Herr Kontrollettie da und legt los, immer von hinten, immer drauf: "meinst du wirklich der meint es ernst... , du glaubst doch nicht wirklich... , ach der hat es gesagt - na und... , glaube ja nicht - dass... , na wenn der das sagt... . Ich kann nicht annehmen, wenn jemand etwas Gutes zu mir sagt. Ich stelle es grundsätzlich in Frage. Immer noch.

  

Ein anderes Beispiel ist, meine eigene Homepage und ihr Name "Ich bin einzigartig". Ja, mir ist bewusst, dass ich einzigartig bin. Das ist gut so. Ich bin gut genug. Aus diesem Grund habe ich meine Homepage, wie auch meine offene Facebookseite, so benannt. ABER! Ich kann es selbst, an den meisten Tagen, für mich nicht annehmen. Es ist zum verrückt werden. Ich glaube es von jedem anderen Menschen, sage es ehrlich zu so vielen Menschen und zu mir selbst kann ich es, nicht ohne inneren Widerspruch, sagen. Da ist immer Herr Kontrollettie, der mir sagt, "du spinnst"!

Kennen sie selbst, diese Situationen? Haben sie diese Worte schon früher gehört? - fragt meine Therapeutin. Sofort fällt mir die Antwort ein, "MEIN VATER". Ja und ich kann sie fühlen, diese Wahrheit. Es ist mein Vater der, immer noch, in mir  herrscht. Über Herrn Kontrollettie übt er seine Macht, noch immer! aus und versetzt mich genau in die Gefühlslage meiner Kinderzeit.

 

Die bösen Worte, Abwertung und Sarkasmus sind Worte, die ich selbst kenne und so oft gehört habe. Sie haben meine Kindheit bestimmt. Auch die Gefühle von Hilflosigkeit, Machtlosigkeit, Wut und Ausweglosigkeit kenne ich sehr gut, schon aus dieser Zeit. Sie haben genau hier ihren Ursprung, sie sind hier geprägt worden.

 

Das heißt, in meinem Traum schreit mein eigenes ICH um Hilfe, Zuwendung und Liebe. Das was ich nicht kann, nie gelernt habe.

Um zu überleben, habe ich gelernt, mich selbst zu ignorieren und mich selbst für jeden kleinen Fehler zu bestrafen. Wenn ich es jetzt anders machen möchte, kommen Herr Kontrollettie und Frau Perfektion und hauen mir von hinten auf den Kopf (wie es mein Vater so oft getan hat) - "Was denkst du was du damit erreichst? Konntest du nicht...? Bist du jetzt ganz verrückt? Du sollst nicht immer an dich denken? Sieh zu, dass...". 

  

Worte auf den Weg

Sie haben sich für die vergangene Woche schöne Dinge vorgenommen. Vielleicht können sie diese in dieser Woche wiederholen. Wir werden an dem Thema weiter arbeiten. Es geht nicht darum, das freundliche Kind zu beachten und wahrzunehmen, dem geht es gut. Wichtig ist, das verletzte, wütende, traurige Kind zu hören, anzunehmen, zu trösten, zu umarmen, zu lieben - so wie es ist. Das ist schwer und wird einiges hoch holen. Sie werden sich selbst immer wieder begegnen und wir werden dazu auch eine Imagination machen. Mit Hilfe der Imagination, eine Begegnung mit dem inneren Kind ermöglichen. Haben sie Geduld mich sich selbst. Sie werden es können. Es ist in ihnen. Bis nächste Woche.

 

Es ist ein langer Weg, der von mir Geduld verlangt. Es braucht Zeit und erzwingen kann ich es nicht. Wenn ich zu viel will, es erzwingen will, bringt es mich nicht weiter. Ja, Frau Perfektion, sie halten jetzt mal den Mund. Ich habe Zeit und werde lernen die kleine und die große Heike zu vereinen. Ich werde lernen, mich selbst anzunehmen, wie ich bin. 

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